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Tantra? Was ist das und warum? ~ MAYTUNA Tantra Düsseldorf

TANTRA… ein nettes Wort und Männer der Inbegriff von Body to Body Massagen, Erotik, Handentspannung, Zärtlichkeit, Sinnlichkeit, heisse Masseurinnen, die nackt massieren und viel, viel Öl. Hakt man genauer nach, stellt man rasch fest, dass der Begriff fast niemanden wirklich was sagt. Das ist aber normal, denn niemand kann über alle Bereiche des Lebens Bescheid wissen. Genauso wie eine Tantramasseurin höchstwahrscheinlich keinen Motor erklären kann.

Doch die Klischees des Tantras machen es nicht einfach, Tantra zu erklären. Denn Räucherstäbchen, Federn, mystische Musik und eine nackte Frau macht kein Tantra aus. Und ob Tantra nun aus Indien kommt oder nicht, spielt auch keine Rolle.

 

Was bedeutet Tantra eigentlich?

Wir können das Wort Tantra auseindernehmen und stellen fest, dass es etwas mit Ausdehnen zu tun. Kommt aus dem Sanskrit und muss man nicht näher studieren. Ausdehnen also, hmm, komisch… das irgendwas ausgedehnt wird, hat ein Tantragast noch nie bemerkt, oder doch?

Nun im Tantra wird ständig ausgedehnt, denn das ist das Wesen von Tantra. Es gehört dazu etwas auszudehnen: meistens dreht es sich um den  Orgasmus, der in die Länge gezogen wird. Dazu ist Sexualkraft notwendig. Und auch die muss ausgedehnt werden, denn im Normalzustand schläft diese eigentlich. Wenn sie aber einen Job hat, ist sie hellwach und macht sich auf den Weg. Wohin? Immer nach oben, lautet die Antwort. Ihr Bett steht im Bereich des Steissbeines. Von dort aus läuft sie den Rücken hoch und je nach dem, wie gut ausgedehnt wurde, kann da schon mal ein Ekstasezustand rauskommen. Jetzt kennst du das Wort Tantra und was es bedeutet.

Was ist denn Tantra?

Tantra ist eine ausgerichtete Lebensphilosophie. Also keine Massage oder ein Ritual, sondern eine Lebensstruktur. Die Massage oder das Ritual ist nur ein Werkzeug um sich tantrisch auszudrücken. Wenn du religiös bist, lebst du auch entsprechend dieser Struktur. Tantra macht das auch. Und wie in der Religion auch, gibt es Werte, die gepflegt werden wollen. Auch das hat das Tantra. Und einige dieser Strukturen und Werte lauten: nichts unterdrücken – alle Bedürfnisse sofort ausleben / Respekt / Achtsamkeit / Aufmerksamkeit / Bewertungslosigkeit / Ganzheitlichkeit. Komisch, wie kommt das Klischee von Gruppensex zustande und was hat das mit diesen Werten zu tun? Wenn ein Tantriker das Bedürfnis nach Sex hat, lebt er aus (mit oder ohne seine Partnerin oder mit einer anderen Partnerin oder mit mehreren Partnern). In der Tantramassage jedoch zählt die Ganzheitlichkeit (Körper, Geist und Seele werden im gleichen Maße mit Aufmerksamkeit überschüttet) und die Wertfreiheit (es wird niemand bewertet nach Herkunft, Status). Und bei einer Tantramassage dehnt man dann wieder aus (die Sexualenergie – meistens bei der Lingammassage). Damit das alles gut funktioniert, werden die Chakren ausgeglichen. Das sind Energiezentren in unserem Körper. So machen Tantriker nicht Sex um des Sex willen, sondern um die Ekstase zu erreichen. Das ist viel spannender als ein Normalo-Orgasmus und ist ein Stück weit sicher auch eine spirituelle Erleuchtung.

Überhaupt ist für einen Tantriker das Normalo-Volk weit weg von dem, wie der denkt, fühlt und lebt. Deshalb sind sie gerne unter sich – unter Seinesgleichen. Das kommerzielle Tantra kommt da etwas humaner um die Ecke. Schliesslich geht es hier um ein Geschäft und schon alleine aus dieser Perspektive muss die Tantramassage und die dazugehörigen Angebote etwas westlicher angehaucht sein, als die uralten tantrischen Riten. Bei manchen dieser Riten würde der Tantragast von heute gewiss einen Schreck bekommen, anstatt in ekstasische Gefühle zu versinken…